Transparenz bei Bloggern?!

Wenn man als Blogger etwas zugeschickt bekommt, dann ist das cool. Dann ist das vielleicht so cool, dass man es auf seinem Blog zeigt und erzählt, wie cool das Zugeschickte ist. Manchmal liest man nun vor, während oder unter dem Beitrag den Hinweis, dass es sich um ein Sample, eine Produktzusendung oder Werbung handelt. Manche setzen Sternchen oder manchmal findet man gar nichts. Wieso auch – was interessiert es euch? Bekommt ja keiner mit, ob das Produkt geschenkt ist oder nicht, meine Meinung ändert sich ja nicht.

„Gähhhn, noch so ein Beitrag, indem ein Blogger über ein Thema schreibt, das völlig ausgelutscht ist.“ Aber hey, dafür ist das Internet, dass man so viel schreiben kann wie man will und über was man will und auch ich möchte meine Meinung dazu abgeben.

Wie sieht das eigentlich aus, mit der Transparenz bei Bloggern?

Ein bisschen Regelkunde vorneweg: „Das Trennungsgebot sagt, dass Werbung, die im redaktionellen Umfeld stattfindet, als solche erkennbar sein muss“ (Zitat Blogrebellen.de). Schleichwerbung ist in Deutschland schlichtweg nicht erlaubt, also ist es auch nicht erlaubt, wenn ich eine Mascara zugeschickt bekomme, davon auf meinem Blog berichte und dann nicht kennzeichne, dass ich das Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Demnach muss jede Mascara und jedes andere kostenlos zur Verfügung gestellte Produkt als solches auf dem Blog für euch gekennzeichnet werden. Genauso verhält es sich mit Sponsored Posts und Werbung jeglicher Art. Ihr müsst also erkennen können, dass ich mir das vorgestellte Produkt nicht selbst gekauft habe.

Wie machen das andere Blogger?

In der Bloggerszene sieht man, was Kennzeichnung betrifft, alles. Von Kennzeichnung bereits in der Überschrift, im Text, als Grafik, mit Sternchen bis hin zu überhaupt keiner Kennzeichnung. Keine Kennzeichnung findet man aber nicht nur bei Bloggern, die es vielleicht nicht besser wissen, sondern auch bei größeren Bloggern. Woher ich weiß, dass Blogger XY das Produkt umsonst bekommen hat und aber so tut, als hätte man es sich selbst gekauft? Oftmals habe ich die gleichen Kooperationsanfragen, die Artikel erscheinen zur selben Zeit und die Kooperationen sind auf Blogger-Plattformen ausgeschrieben. Wieso andere Blogger ihre „Werbung“ nicht kennzeichnen? Oftmals bekommt man von Firmen die Bedingung, dass man nicht kennzeichnen darf und dafür eine höhere Vergütung. Andere denken vielleicht nicht dran, ich weiß es nicht. Erlaubt ist es jedenfalls nicht.

Wie mache ich das mit der Kennzeichnung?

Bis jetzt habe ich Affiliate Links nicht gekennzeichnet, weil mir nicht bewusst war, dass man das auch muss. Dies werde ich aber ändern. Bei jeglichen anderen Beiträgen auf meinem Blog habe ich euch aber stets gesagt, ob es sich um ein PR-Sample oder einen Sponsored Post handelt. Ich bin bestimmt kein Heiliger und möchte nicht mit dem erhobenen Finger auf andere Blogger zeigen, jedoch finde ich es euch gegenüber nicht fair, gesponserte Produkte zu verheimlichen. Wieso auch? Die, die meinen Blog schon länger verfolgen oder meine Beauty-Beiträge lesen, dürften erkennen, dass ich oft sehr schonlos über Beauty-Produkte berichte. Gesponsert oder nicht, wenn etwas Mist ist, dann sage ich euch das.

Transparenz bei Bloggern gibt es leider nicht immer und oft bin ich gewillt, unter manche Beiträge zu schreiben: „Hey, du hast das Produkt kostenlos bekommen. Wieso sagst du das dann nicht?“ Aber das ist deren Angelegenheit. Zum Glück kann man aber einen positiven Trend hin zur Kennzeichnung erkennen. Vielleicht, weil es inzwischen Kanzleien gibt, die sich auf Blogger und nicht vorhandene Kennzeichnung spezialisiert haben oder weil man endlich einsieht, dass es euch gegenüber nicht fair ist und vor allem jüngere Leser hinters Licht führt. Ich für meinen Teil möchte in Zukunft noch deutlicher machen, wenn Werbung in einen Beitrag eingebunden ist, außerdem plane ich auch eine FAQ Seite mit Erklärungen rund ums Thema „Sponsoring“.

Petition zu mehr Transparenz bei Bloggern und Influencern

Nachtrag: Vor kurzem haben sich ein paar Mädels zusammengetan, die eine Petition zum Thema „Produktplatzierungen: Mehr Transparenz und Kennzeichnung“ gestartet haben. Eine wunderbare Aktion, die ich gerne unterstütze.



12 Responses
  • Alex
    Oktober 25, 2016

    Das mit den Affiliate Links wusste ich auch nicht – das werde ich aber direkt mal ändern. Und mich nervt das schon fast, besonders, wenn Blogger auf einmal über etwas berichten, was überhaupt nicht zum Rest des Blogs passt, nur weil dabei eine dicke Vergütung rausspringt. Aber mittlerweile denke ich mir dann immer, dass es den Stress nicht wert ist, und klicke meistens weg, ohne einen Kommentar dazulassen. Wenn ordentlich gekennzeichnet ist und ich das Gefühl habe, da steckt trotzdem eine ehrliche Meinung dahinter, habe ich direkt viel mehr Lust, überhaupt Kommentare zu schreiben :)

    • Anja
      November 5, 2016

      Ich glaube, dass das mit den Affiliate Links die Wenigsten wissen, habe das auch erst neulich mitbekommen…

  • Ivory
    Oktober 26, 2016

    Ich kennzeiche gesponserte Produkte und/oder Advertorials auch immer, auch mit dem Wörtchen Werbung.
    Ob die steigende Kennzeichnung tatsächlich daran liegt, dass Anwälte unterwegs sind, glaube ich nicht.
    Viel eher ist ein Wandel in der Szene zu sehen, sowohl bei den Bloggern als auch bei den Firmen selbst. Vermutlich als Resultat daraus, dass viele Blogger auf Kennzeichnung bestehen! Ich finde es generell eigenartig, dass es Firmen und Agenturen gibt, die keine Kennzeichnung wünschen und sich somit strafbar machen.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein Großteil der widerstrebenden Kennzeichnung an der Reaktion der Leser gibt. Viele scheinen zu glauben, dass ein gesponserter Post nicht ehrlich oder lesenswert ist. Weniger wert ist.
    Ich habe schon mehrfach bei Kleinstadtcarrie beobachtet, dass hochwertige und tolle Texte abgewertet wurden, weil in ihrem Beitrag mit Produktplacement vorkam und der Beitrag eben gesponsert war.
    Und sie schreibt ja nun wirklich gute Texte!

    Eigentlich ist eine Kennzeichnung ohne dem Zusatz „Werbung/Anzeige“ keine richtige Kennzeichnung, bei vielen steht nur „In Freundlicher Zusammenarbeit mit…“ oder“In freundlicher Kooperation mit…“. Und theoretisch müsste die Kennzeichnung auf dem ersten Blick ersichtlich sein. Aber wie soll man das machen?
    Im Beitragsnamen einfügen? Das sieht blöd aus. Ich versuche es dann immer oben im Absatz zu schreiben, Sternchen zu setzen und zusätzlich unten halt auch nochmal mit *“Werbung …“..

    Liebste Grüße,
    Jane von Shades of Ivory

    • Anja
      November 5, 2016

      Da hast du vollkommen Recht. Ich glaube auch, dass viele Leser Angst haben, dass hinter einem gesponserten Produkt nicht die eigene Meinung steht…

  • Milli
    November 2, 2016

    Ich verstehe nicht warum viele Blogger sich anscheinend über die Gesetze nicht richtig informiert haben. Selbst die Kennzeichung „Sponsored“ reicht nicht aus. Ein Post der bezahlt wurde muss als Als Werbung deklariert sein und das für den Leser auf den ersten Blick erkennbar.
    Es sieht zwar nicht schön aus und stört mit Sicherheit die Optik – aber so ist es nun mal. Mich nervt es als Leser tierisch nur am Ende eines Beitrages „in Zusammenarbeit mit xyz“ zu lesen. Ja es macht einen Beitrag nicht schlechter aber wenn ich Werbung lese dann will ich das auch vorher wissen.

    Viele Grüße, Milli

    • Anja
      November 5, 2016

      Ich kennzeichne auch nur am Schluss, weil wie du bereits gesagt hast, stört eine Kennzeichnung zu Beginn die Optik. Bis jetzt habe ich es nur so gehandhabt, dass ich in den ersten drei Sätzen auf die Zusammenarbeit hingewiesen habe, obwohl man es eigentlich schon im Titel machen sollte. Da sieht es aber einfach furchtbar aus, irgendwie muss ich da noch eine Lösung finden.

  • Kerstin
    November 5, 2016

    Ich kennzeichne auf meinem Blog eigentlich absolut alles. Ich wüsste auch nicht wieso ich es nicht machen sollte – meine Leser können ruhig wissen, wenn mir eine Mascara zugesendet wurde. Solange ich trotzdem zu 100% hinter dem Produkt stehe ist das für mich absolut kein Problem!

    Finde es auch nicht schlimm wenn ein Text „Werbung“ beeinhaltet – meistens erkennt man im Text schon sehr gut raus ob es nun ehrlich ist oder nicht.

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

    • Anja
      November 5, 2016

      Ich finde das problematisch. Wir sind mit dem ganzen Werbungs-Zeug deutlich erfahrener und können das vielleicht an einem Text herauslesen, unsere jüngeren Leser jedoch nicht. Ich verstehe auch nicht, wieso man nicht kennzeichnet und wie du bereits gesagt hast, wir stehen trotzdem zu unserer Meinung, jedoch glauben das einem viele leider nicht :(

  • Kato
    November 5, 2016

    „(…) oft bin ich gewillt, unter manche Beiträge zu schreiben: „Hey, du hast das Produkt kostenlos bekommen. Wieso sagst du das dann nicht?“ Aber das ist deren Angelegenheit.“

    Finde ich nicht.
    BlogleserInnen, die selber nicht bloggen bekommen nicht mit, welche Unternehmen und Agenturen grad aktiv sind. Wir merken also, dass es eine ungekennzeichnete Kooperation ist, der/die LeserIn nicht.

    Hinweise darauf werden aber ist gelöscht und man blockiert. Daher ist es wohl eher Absicht als Unwissen.

    • Anja
      November 5, 2016

      Von so einer Seite habe ich das noch gar nicht betrachtet, kann dir auf jeden Fall zustimmen.

  • Yvonne
    November 8, 2016

    Vielen Dank, dass Du den Link da gelassen hast!
    Das sind genau meine Worte (ohne, dass ich Deinen Beitrag jetzt vorher kannte), bestätigt aber auch meine Meinung, dass es nicht nur mir so geht. Dankeschön!
    Liebe Grüße, Yvonne

    • Anja
      Januar 6, 2017

      Sehr gerne. Finde es schön zu sehen, dass es noch (genug) Blogger gibt, die genauso denken!

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