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Influencer in der Kritik: Konsum vs. Decluttering

Werbung da Markennennung (unbeauftragt).

Vielleicht ist euch in letzter Zeit folgendes aufgefallen: Decluttering Videos und Beitrage sind aktuell im Trend. Es ist nicht nur für einen selbst befreiend, sich von all dem Krempel zu trennen. Es ist sogar befriedigend, anderen Leuten dabei zuzusehen, wie sie sich von ihrem Zeug trennen. Auch hier auf dem Blog habe ich bereits meine Parfümsammlung reduziert und vergangene Woche meine Highlighter aussortiert. Ganz Social Media ist im Aussortier-Wahn.

Hier spricht natürlich grundsätzlich nichts dagegen. Aber Influencer, egal ob Youtuber oder Blogger, sind mit diesem Format in letzter Zeit heftig kritisiert worden. Denn der ursprüngliche Sinn von Decluttering – letztendlich weniger zu besitzen – wurde irgendwie vergessen. Nicht nur einmal mussten sich beispielsweise einige Youtuber unter ihren Declutter Videos heftige Kritik und den Vorwurf anhören, das Format nur für Klickzahlen auszunutzen. Jedoch nicht, um wirklich auszumisten. Denn nach einem Declutter Video folgte schnell ein neues „New in“ oder „Haul Video“. Verständlich, dass dies einigen sauer aufstößt.

Und was sagen die betroffenen Influencer zur Kritik in den Kommentaren?

„Produkte zu kaufen und zu testen ist mein Beruf. Ich mache das ja vor allem für euch. Ich MUSS ja neue Produkte ausprobieren, sonst ist meine Arbeit hier überflüssig. IHR möchtet schließlich, dass ich die Produkte teste. Ich bekomme so viel zugeschickt, dass meine Sammlung eben auch nicht kleiner wird. Aber dafür miste ich ja regelmäßig aus.“

Für mich ist das alles Bullshit. Mit lahmen Ausreden und Heuchelei versucht man sich zu rechtfertigen. Leser und Publikum sind Schuld und Ursache am eigenen, exzessiven Konsum. Samples lassen sich ganz einfach bei der Firma „abstellen“, habe ich in den letzten Monaten auch gemacht und kostet nur eine einfache, freundliche E-Mail an die jeweilige Firma oder PR-Agentur. Und nur weil man nicht jede Woche einen neuen Haul hochlädt, wird einem doch nicht die Existenzgrundlage entzogen, oder wie seht ihr das?

Man hat als Blogger oder Youtuber sehr wohl die Wahl, was und wie man konsumiert. Und wir als Publikum haben genauso die Wahl zu entscheiden, wen wir anschauen oder welche Blogs wir lesen. Ehrlich gesagt nervt es mich stark, wenn ich solche Aussagen höre.

Wie steht ihr zu dem Thema?

2 Kommentare
  • Monica Albrecht
    Januar 15, 2019

    Auf meinem Blog http://www.minime.life befasse ich mich schon seit 2015 mit dem Thema Minimalismus, Decluttering & Co. Mich hat es ehrlich gesagt ein wenig gewundert, dass es bis 2018 / 2019 gedauert hat, dass das Thema bei der „breiten“ Masse an Bloggern und Influencern angekommen ist. Schließlich hat die gesamte Thematik unendlich viel Potential.

    Ich persönlich sehe das Ganze auch kritisch. Mir selbst ist das Reduzieren von Besitz und eine Veränderung beim eigenen Konsumverhalten wichtig. Declutter-Videos in Kombination mit Hauls finde ich schwachsinnig. Das geht völlig an der Thematik vorbei.

    • Anja | Gründerin & Editor
      Januar 16, 2019

      Ich sehe das genauso wie du. Leider geht der dahintersteckende Gedanke des Minimalismus bei den angeblichen „Declutter“-Videos total verloren, wenn man sieht, wie viel anschließend wieder gekauft wird. So etwas finde ich umauthentisch und heuchlerisch. Auf deinem Blog schaue ich direkt mal vorbei!

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